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Lufthansa-Piloten böse?


Frank Stohl
@frankstohl
Lufthansa-Piloten böse?

Die Lufthansa rüstet sich für einen der größten Streiks ihrer Geschichte – und die Medien stellen den Piloten das Bein? Die üppige Versorgung der Lufthansa-Piloten. Oh ja, das geht ja gar nicht. Mit 55 in Rente und dann noch gut verdienen – das ist gefühlt mehr als ein Journalist bekommt oder dem Lobbyist dahinter lieb ist. Also darf es wohl nicht sein.

Allerdings sollte man immer daran denken: Piloten fliegen Menschen an ihr Ziel. Man kann auch seinen Koch fies drangsalieren um danach gut zu speisen. Das geht alles. Aber mal Hand aufs Herz: wer will von einem unterbezahlten 65jährigen Piloten mit schlechter Gesundheitsversorgung in 12 Stunden für 1000 Euro nach Australien fliegen?

Hier geht es ausnahmsweise mal um Menschen, die für ihren Job hart und zuverlässig arbeiten müssen. Warum gönnen wir denen Menschen das Geld nicht?

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Comments

  • Karl Koreander

    Mit Verlaub, aber Ihre Frage ist suggestiv und irreführend gestellt. Ob Lufthansa-Piloten böse sind oder nicht, ist hier sicher nicht die Kategorie, die interessant ist. Die Frage ist vielmehr, ob Lufthansa-Piloten eine Leistung abliefern, die ihr Gehalt wert ist.

    Ich würde diese Frage mit nein beantworten.

    Das Einstiegsgehalt beläuft sich auf 63.000 Euro, in der obersten Dienststufe liegt das Grundgehalt bei 193.000 Euro. Das ist beachtlich für einen Angestellten. Zum Vergleich, das Gehalt eines W3-Professors, der im Durchschnittalter mit 41 in seinen Beruf einsteigt und oft 80 und mehr Stunden in der Woche arbeitet, verdient 61.000 Euro in Berlin. Auch bei einer strategischen Unternehmensberatung, die für Knochenarbeitsstunden bekannt sind, sind 63.000 kein schlechtes Einstiegsgehalt. Ich finde nicht, dass Piloten bessere Busfahrer sind und entsprechend vergütet werden sollten. Aber man sollte auch sehen, wie das Gehalt mit dem von Menschen in Relation steht, die eine weitaus elaboriertere Ausbildung durchlaufen haben und in ihrer Biographie ein viel höheres Maß an Pfiffigkeit an den Tag gelegt haben, als dies die meisten Piloten tun.

    (Nachtrag: Wie sie bereits erraten haben, bin ich selber W3-Professor, habe auch 80 Arbeitsstunden, und außerdem >70 Flüge im Jahr. Und ich sitze sehr gerne in einem Flieger, in dem der Fahrer, äh, Pilot „nur“ soviel verdient wie die Besten und Schlauesten meines Jahrgangs, die in die Industrie wechseln und das Doppelte meiner Kollegen. Wer dafür nicht fliegen kann, ist vielleicht nicht für den Job geeignet.)

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