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Apple Pay und die Krux mit Sparkasse und Volksbank


Frank Stohl
@frankstohl
Apple Pay und die Krux mit Sparkasse und...

Apple Pay ist endlich in Deutschland gestartet und bei den Sparkassen und Volksbanken geht es noch nicht: Sparkassen fordern Zugang für alle Kunden. Äh wie? Da wirft die Sparkasse zwei Dinge zusammen: ja, Apple Pay nutzt die NFC-Schnittstelle, aber die Sparkasse möchte die NFC-Schnittstelle für ihre eigene App Kwitt nutzen, was seit iOS 12 und den 2018er Geräten eigentlich gehen würde: NFC-Erweiterung im iPhone XS – Nicht nur für Apple Pay. Es geht sogar noch, wenn der iPhone-Akku schon 5 Stunden leer ist.

Das jüngst gestartete „Apple Pay“ steht dagegen nur einem sehr engen Nutzerkreis teilnehmender Banken zur Verfügung. Der Grund dafür ist, dass Apple seine NFC-Schnittstelle nicht für andere Anbieter öffnet und auch die im Handel beliebte und bei Kunden weit verbreitete girocard bisher nicht als Zahlungsmittel integriert hat.

Also die offene Schnittstelle steht leider erst den aktuellen Geräten zur Verfügung, das ist in der Tat ein „enger Nutzerkreis“. Allerdings könnte die Sparkasse auch einfach bei Apple Pay mit machen, dann bräuchte man auch keine eigene App und keinen eigenen Zugriff auf die Schnittstelle. Allerdings rollt dann der Gewinn nicht so hoch: Funktion, Kosten und Voraussetzungen.

Bei Interchange Gebühren in Europa von 0,3 Prozent bleibt nach Abzug der 0,15 Prozent nicht mehr viel hängen.

Das stört zum Beispiel hauptsächlich die Volksbanken. Dies war die eMail-Antwort auf meine Nachfrage, wann Apple Pay zur Volksbank Göppingen kommen könnte:

„Leider ist dies aktuell über die Volksbank nicht möglich. Apple verlangt dafür einen zu hohen Betrag, so dass wir das aktuell bei den Volks- und Raiffeisenbanken nicht umsetzen.“

Pro Transaktion nur noch 0,15 Prozent verdienen, und nicht mehr 0,30 Prozent – das geht gar nicht. Die sollten mal lieber ihre komische Kwitt-App-Kosten gegenrechnen. Wenn der Nutzer dann noch mit Apple Pay doppelt so viel Transaktionen hat, dann passt es doch auch schon wieder. Bei Bargeld-Bezahlung verdient eine Bank gar nichts. Von da ab müsste die Bank eigentlich denken, denn den Kwitt-Quatsch will doch nicht wirklich jemand.

Wenn man den Absatz von Smartphones in Deutschland in den Jahren 2014 bis 2018 anschaut, so werden im Jahr grob 20 Millionen Smartphones verkauft. Marktanteil des iPhones am Absatz von Smartphones in Deutschland ist grob 20 Prozent – macht also 4 Millionen Geräte pro Jahr. Da wir schon 4 Jahre auf Apple Pay warten, macht das grob ca. 16 Millionen potentielle Apple Pay-Nutzer in Deutschland. Na wenn das kein Markt ist, denn es sind vor allem Benutzer, die es nutzen wollen, daher auch die gute Resonanz beim Start: Apple Pay in Deutschland – die Reaktionen von Nutzern und Presse.

Selbst Apple CEO Tim Cook äußerte sich sogar erfreut via Twitter in deutsch:

…ob Siri bald deutsch-englisch übersetzen kann?

Meine Erfahrungen nach dem ersten Tag sind auch super: N26-Karte bei der Wallet-App mit einem Button registriert und los ging es. An der Uhr zwei mal drücken und ans Terminal halten – und schon anonym sicher bezahlt. Grandios. Das schaffte bisher kein Anbieter.

Denn es gilt dabei das Apple Kredo anonym, sicher und einfach:

  • der Händler bekommt keine Daten mehr vom Käufer, nur eine Transaktionsnummer. Nur Apple und die Bank sind noch im Bilde. Es werden auch keine Daten an Dritten Firmen verkauft wie bei Google Pay.
  • auch funktioniert das Bezahlen mit der Uhr nicht mehr, sobald das Handgelenk nicht mehr erkannt wird, also auch kein 30-Euro-Risiko wie bei verloren gegangenen NFC-Karten.
  • dennoch einfach zu bedienen mit zwei mal tippen auf die Seitentaste der Apple Watch. Keine App starten oder PIN-Eingabe – einfach bezahlen.
  • Was will man mehr als Kunde. Danke Apple.
    An die Vorstände von Sparkasse und Volksbank: geht sterben.

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