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Pegida-Demonstranten wollen in der Presse nicht vorgeführt werden


Frank Stohl
@frankstohl
Pegida-Demonstranten wollen in der Presse...

Die Pegida-Demonstranten wenden sich nicht nur gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes, die „Patriotischen Europäer“ machen auch Front gegen die etablierten Medien: Pegida gegen Journalisten – Wir machen dich platt!. Na so etwas – hat die Beschimpfung via den Medien, dass die PEGIDA-Teilnehmer dumme Deppen sind, nicht zu Vernunft geführt? Wie können die nur, und nun werden auch noch die Journalisten beschimpft – undankbares Pack, ganz wie Google – aber das ist eine andere Geschichte.

Ja, beschimpfen und auslachen reicht wohl nicht. Ein schlechtes Gefühl sitzt halt meist doch tiefer. Also ich versuche ideologisch nahe Gedanken zu PEGIDA dann doch mit Argumenten aus dem Umfeld zu entkräften. Angst vor Fremde ist ja meist die Angst des Unbekannten an sich – sich deshalb ins Nazi-Deutschland zurück zu flüchten ist ja auch keine Lösung. Obwohl, vielleicht könnte der Schizophrene Deutsche inzwischen mit Konzentrationslager leben und diese einfach weg reden?

Die Frage ist aber, haben wir uns je von der unsäglichen Nazi-Ideologie lösen können? Denn in Deutschland ist alles okay, solange wenig Ausländer kommen und die Juden weg bleiben? Auch 70 Jahre nach Hitler. Nun, so kann man das nicht sagen, aber…

Okay, es ist nicht einfach, da PEGIDA-Anhänger meist wenig informiert sind und pauschal nur noch kruden Internetseiten trauen. Aber haben es uns die Politiker nicht vorgemacht, Fakten wissentlich zu ignorieren um schlechte Entscheidungen des Ego-Willens durchzudrücken? Wir machen was, weil wir es wollen. Nennen wir nur Herdprämie, PKW-Maut – und ein Journalist recherchiert heutzutage auch nicht mehr als 5 Minuten. Warum soll das Volk nun auf einmal rational fundiertes Wissen haben? Weil es der einzige ist, der das Internet bedienen können soll? Woher kommt der Anspruch des hohen Wissens? Ach so, es wurden genug Meinungen zum Thema geliefert – sollte man sich da eine aussuchen und die Klappe halten? Die Medien haben mit der Meinungsbildung einfach übertrieben – erklärt wird da schon lange nichts mehr. Vielleicht daher die große Unwissenheit?

Selbstreflexion, keine große Kunst des fleissigen Deutschen.

Zur Zeit ist die Lage mehr auf Konfrontation ausgelegt, was auch auf Dauer nicht so toll ist, denn am Ende büßen nur wieder die Flüchtlinge für das ungelöste Rassismus-Probleme der Deutschen. Die Selbstüberschätzung der Medien hilft dabei auch nicht wirklich.

Immer daran denken: Dafür können die Flüchtlinge nun wirklich nichts. Genau genommen haben wir die Flüchtlinge durch unseren Wohlstand erst in diese ungünstige Lage gebracht in der sie nun bei uns hilfesuchend stecken – aber das blenden wir ja lieber aus. Wer will schon auf günstige Produkte verzichten und Deutschland den Waffenexport versagen? Wachstum forever. Wohlstand dem Deutschland.

Das stimmt, hilft aber nicht.

Das stimmt, hilft aber nicht.

In Deutschland ist man heutzutage entweder der gleichen Meinung oder ist doof. Diskussion über das Thema findet genauso wenig statt, wie jede vier Jahre freie Wahlen. Jeder versucht zu formen und zu lenken, und das kann man den Journalisten schon etwas übel nehmen.

Ganz nebenbei frage ich mich, warum die Politik nicht mal bei den Länder mit den meisten Flüchtlingsanteilen nachfragt, was das soll. Hallo Vereinte Nationen, das wäre doch ein Job für euch…

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